Wüst besucht Auschwitz und fordert klare Haltung

Antenne Unna

Wüst besucht Auschwitz und fordert klare Haltung

Es war der sein erster Besuch in Auschwitz-Birkenau und er hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst tief bewegt. Zugleich fordert er mehr Einsatz gegen Antisemitismus und mehr Gedenkstättenfahrten für junge Menschen.

© José Narciandi

Das ganze Gespräch mit Ministerpräsident Wüst

José Narciandi, Leiter unseres Landtagsstudios, hat Ministerpräsident Hendrik Wüst auf seiner Reise nach Auschwitz-Birkenau begleitet und anschließend in der internationalen Jugendbegegnungsstätte Oświęcim/Auschwitz zusammen mit anderen Journalistinnen und Journalisten gesprochen. Die Begegnungsstätte leistet seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur deutsch-polnischen Verständigung und zur historisch-politischen Bildung.

„Ein Abgrund deutscher Geschichte“

„Auschwitz ist nicht nur ein Ort, sondern ein Abgrund deutscher Geschichte“, sagte Wüst. Die Verantwortung ende nicht mit dem Erinnern, „sie beginnt mit dem Erinnern“. Der CDU-Politiker warnte angesichts steigender antisemitischer Straftaten davor, dass Jüdinnen und Juden erneut Angst haben müssten.

Begegnung mit Jugendlichen

Besonders bewegt zeigte sich Wüst von der Begegnung mit Jugendlichen während seines Besuchs in Auschwitz-Birkenau. „Die waren gut vorbereitet. Und waren trotzdem nicht vorbereitet auf das, was sie hier gesehen haben“, sagte er im Gespräch mit José Narciandi. Der Besuch berühre junge Menschen „im Herzen“ und mache das Ausmaß des Menschheitsverbrechens greifbar.

Eintrag ins Gästebuch in Auschwitz

Mehr Fahrten zu Gedenkstätten

Die Landesregierung wolle deshalb noch mehr Schülerinnen und Schülern Besuche von Konzentrationslagern und NS-Gedenkstätten ermöglichen. Die Zahl der geförderten Teilnehmerinnen und Teilnehmer habe sich bereits verdoppelt. „Wir müssen den Weg entschlossen weitergehen“, sagte Wüst uns. Gerade die direkte Begegnung mit den Orten der Verbrechen könne helfen, Antisemitismus entgegenzutreten.

Besuch, der erschüttert

Auch persönlich habe ihn der Besuch erschüttert. Besonders die Dimension des Lagers Birkenau und „dieser Zynismus“, der in Auschwitz sichtbar werde, hätten ihn bewegt. „Es hat mich heute teilweise angefasst, erschüttert an Stellen, wo ich nicht damit gerechnet habe“, sagte Wüst.